Ist Online Glücksspiel in der EU legal?

Auch wenn es bei den verschiedenen Staaten in Europa noch Diskussionen gibt wie, wieso und überhaupt sich Glücksspiel entwickelt hat und wie man am besten damit umgeht, so ist eines jedoch schon glasklar – Die meisten Glücksspiele wie wir sie heute kennen haben ihren Ursprung in Europa. Poker ist beispielsweise keine amerikanische Erfindung sondern wurde in seiner ursprünglichen Form schon in Europa gespielt. Genauso verhält es sich mit Roulette, Baccara und sogar Bingo. Auch mein Lieblingsspiel, Blackjack, hat seinen Ursprung in der "Alten Welt".

Glücksspiel war in den alten Tagen ein beliebter Zeitvertreib an den Königshöfen Europas. Aber auch das "Gemeine Volk" hat sich schon seit hunderten von Jahren mit verschiedenen Formen von Glücksspiel unterhalten und beschäftigt. Mit dem Auftauchen der ersten Online Casinos und der Verfügbarkeit von Breitbandinternetverbindungen ist Glücksspiel nun für jedermann zu jeder Zeit verfügbar.

Glücksspielregulierung und Gesetzgebung in Europa

Vor der eigentlichen Entstehung oder dem Zusammenschluss von europäischen Staaten zur EU hatten die meisten Länder ihre eigenen Glücksspielgesetze. Nicht alles Länder Europas erlaubten Casino Glücksspiel und die Regulierung der Industrie ist auch heute noch nicht einheitlich geregelt.

Nach dem Fall der Mauer und der Öffnung der europäischen Märkte wurden jedoch die ersten Versuche unternommen die nationalen Regelungen mit einer gesamteuropäischen zu ersetzen. Möglich gemacht wurde dies mit dem europäischen Freihandelsabkommen.

In den Bedingungen der europäischen Freihandelsabkommen kann jeder EU Bürger oder Firma sich für Dienstleistungen und Waren, egal in welchem EU Land, entscheiden und auch selbst anbieten. Das betrifft auch das Angebot von Online Glücksspiel. Ein EU Land kann keinem seiner Bürger verbieten das Angebot von Glücksspiel eines anderen Mitgliedsland wahrzunehmen. Betrachtete man diese Regelung, dann ist Online Glücksspiel in der EU per se nicht illegal.

Aktuelle Lage zur Gesetzgebung in der EU

Trotz der getroffenen Vereinbarungen des Freihandelsabkommen haben zehn Staaten der EU den Anbietern von Online Casino Webseiten einen Riegel vorgeschoben. Zwar wird der Bevölkerung mehr oder weniger erlaubt Online Glücksspielangebote wahrzunehmen, den Anbietern allerdings wird der Betrieb von Servern im Land jedoch nicht gestattet. Deswegen befinden sich viele Casinos, wie auch Mr Green, auf der Mittelmeerinsel Malta in der EU.

Nehmen wir als Beispiel einmal die Bundesrepublik. Im Jahr 2008 wurde ein Gesetz verabschiedet das alle Formen von Online Glücksspiel verbietet. Der Grund hierfür, betrachtet man es von der Seite der Volksvertreter, war der Schutz der Bevölkerung vor nicht lizenzierten Online Casino Webseiten die irgendwo von einer Bananenrepublik aus betrieben wurden. Was jedoch weiter erlaubt wurde waren die staatlichen Lotterien der einzelnen Bundesländer.

Die Gesetzgebung in Deutschland und in Ländern wie Frankreich, Italien, usw. werden jedoch von der EU Kommission als nicht vereinbar mit dem bereits erwähnten Freihandelsabkommen der Staatengemeinschaft angesehen. Man darf also gespannt sein wie die Bürokraten in Brüssel diesen Gordischen Knoten in naher Zukunft lösen werden.

Die Europäische Kommission hat de jure die Möglichkeit die Mitgliedsländer zu zwingen nationale Regeln, in diesem Fall Online Glücksspiel, abzuändern. In Frankreich hat man sich dem Spruch aus Brüssel mehr oder weniger schon gefügt; in Deutschland hingegen wurde die Entscheidung des Bundestages und des Bundesrates noch vertagt.